20080802

Maskentanz 2008 in Zülpich-Lövenich

Maskentanz


  • Freude des Lebens
  • Tanz für die Vielfalt der Welt
  • Kosmische Verbundenheit
  • Bewusstseinsebenen der nicht-alltäglichen Wirklichkeit werden erfahrbar und erlebbar
  • Fest für die Geistwesen
  • Feier der Sinne und der Liebe

Maskentanz eröffnet uns im Rahmen der Trancearbeit, in Kontakt mit anderen Formen des Lebens andere Bewusstseinsräume zu erfahren, dem ursprünglichen Lebenswillen Ausdruck zu geben und der spontanen Freude über das, was gerade in Raum und Zeit sich manifestieren möchte, im Einssein von Körper, Seele und Geist eine Bühne zu bereiten.
Im Maskentanz zeigt sich die Vielfalt des Lebens, die Freude am Erleben dieser Vielfalt, und zu Ehren der kosmischen Lebensenergie, die uns nährt und trägt, werden in einer intensiven Gruppenarbeit umfassende Themenkreise wie Geburt - Leben - Tod - Kreislauf des Lebens - Harmonie - Ausgleich - Liebe - Vertrauen - Heilung - Reinigung - Nahrung - Verbindung - im Rituellen Erleben empfangen, miteinander verwoben, zu einer Geschichte gesponnen und im gemeinsamen Trancetanz ausgedrückt und in die Welt gegeben.
s. auch: http://www.trancehaltungen.info/Maskentanz.html

Einen kleinen Eindruck hiervon kann die Geschichte vom Maskentanz am 11.07.2008 im Frauenbildungshaus Zülpich-Lövenich unter Leitung von Gudrun Fischer, Trainerin nach der Methode "Rituelle Körperhaltungen und Ekstatische Trance nach Dr. Felicitas-Goodman", geben:
Der gemeinsame Titel des Tanzes:
"In Achtsamkeit und Vertrauen die Spirale des Lebens neu ertanzen"

Maskentanz der schwarzen Pantherin

Kraftvoll ist das Rufen der Maskentanz-Geistwesen aller Maskentänze, und der kleine Raum füllt sich mehr und mehr mit Energie. Einmal eingedreht in die Masken, kann der Beginn des Trommelns kaum abgewartet werden. Dann das Zeichen, die Tür wird geöffnet.

Durch den Vulkan – aus dem Feuer der Erde kommend – werden zuerst die Tiergeister geboren: der Kolibri, danach die Adler-Medizinfrau, dann neben dem Vulkan hervorkommend Strauß, Libelle und Fledermaus, dann Pantherfrau und Nixe kommen durch den Rauch in die Welt hinein - die Welt, die gerade jetzt, in diesem Moment, neu geschaffen wird: Die Adler-Medizinfrau ertanzt und erschafft die Tore, sie ist schon im Westen, als die Pantherin sich im Dickicht niederkauert und zuerst einmal wittert. Wie groß die Welt erscheint! Wie viele trommelnde Frauen sich versammelt haben! Wie riesig weit das Terrain zu sein scheint – tatsächlich eine ganze Welt!
Schon ruft die Adler-Medizinfrau alle Geistwesen. Sie hat die Welt erschaffen, nun sollen auch alle anderen Tiere für diese neue Welt tanzen und die Tore der Himmelsrichtungen ehren: Süden – dort legt im Chor des Vertrauens jede einen Stein mit der Kraft des Geisttieres zu einem Steinkreis, sie tanzen die Freude. Westen, Norden, Osten tanzen und begrüßen sie nacheinander, geführt von der Adler-Medizinfrau, die als letztes die Mitte tanzt, während die anderen Wesen am Altar der Ahnen und Ahninnen rasselnd und tönend für die Ahnengeister tanzen.

Der Strauß bildet den Mittelpunkt für den Stein, den alle Wesen gemeinsam mit ihren Tatzen, Pranken und Krallen halten: „Was wir waren, was wir sind und was wir sein werden!“ So wird die Verbindung dieser neuen Welt mit den anderen Welten vor uns und nach uns erschaffen. Die Pantherin hängt die 27-Tabak-Kräuter-Beutel-Schnur zu Ehren der Ahnengeister in die Buchenzweige. Der Ahnenaltar ist wunschgemäß mit Knochen, Zähnen, Pfeife, Tabak und einem Tierbuch für die Ahnen und Ahninnen bestückt, und die Pantherin streut Körner für die Kleinen Wesen aus.
Dann bilden alle Geistwesen einen Geburtstunnel, und nacheinander werden alle Tiere geboren.

Sie versammeln sich rund um den Feuerplatz, wo M.-C. am Feuer Abschied vom kleinen Pandabären nimmt. Dieser Abschied ist ein Abschied für alle: Schmerz und Trauer, Verzweiflung und Einsamkeit, Verzeihen und Akzeptieren, Liebe und Unendlichkeit versammeln sich in einem ergreifenden Lied aus Klagen und Tönen, das sanft ausklingt, während die Maske des kleinen Panda in den Flammen aufgeht und aufsteigt ins Reich der Ahnen.

Die Schlange entfernt sich, macht sich auf ihren ganz eigenen Weg, und auch die Pantherin macht sich auf zur Jagd. Da, es bewegt sich etwas im Gras, aus dem Hinterhalt schlägt sie blitzschnell zu, und ihr Biss trifft die Schlange in den Rücken. Diese Jagd war ein Versehen, keine Absicht, die Schlange ist keine Beute für die Pantherin, die nun erschrocken flüchtet, während die Schlange ihren Schmerz, ihren Tanz der Stärke durch die Überwindung einer schweren Verletzung tanzt, so lange, bis sie geheilt wieder in den Kreis der Tiere zurückkehrt.

Dieser Kreis bildet nun den Schutzkreis für den Kolibri, der zerrupft in der Mitte liegt und stellvertretend für alle verletzten Wesen dieser Welt Schutz und Heilung durch Tönen und den Heiltanz der Tiere erhält. Es geht aber nicht nur um Heilung für die einzelnen Wesen der Welt, sondern die Pantherin zeigt den Tieren, dass die ganze Welt unter einem schwarzen Netz der Trauer, des Schmutzes und der Verbrechen an Menschen, Tieren und Pflanzen erstarrt ist, und die Tierwesen klagen und heulen. Dann tragen sie das schwarze Netz gemeinsam zum Fluss, wo der Strauß es auswäscht, während die Adler-Medizinfrau Schutz gibt, die Libelle ablenkt, der Kolibri die Energie verteilt, die Pantherin aufpasst und die Fledermaus die Welt verkehrt herum betrachtet. Als aller Schmutz aus dem Netz heraus gewaschen ist, muss die Schlange es verschlucken, muss es verdauen, und durch diese Transformation füllt sich das Netz mit Liebe, Weisheit und Heilung. Golden, glitzernd, farbig schillernd wird es von allen Tieren gemeinsam neu über der Welt gespannt, um mit Freudengeheul begrüßt zu werden, und aus tausenden funkelnden Sternen leuchtet die Freude, während die Nixe diese entzündet und unter den Tieren verteilt.

Dies ist der Zeitpunkt für den Strauß, sich selbst zu fressen und in einem Wundertanz von Geburt und Leben sich selbst neu zu erschaffen. Ein großes Straußen-Ei wird in die Welt gegeben, welches liebevoll bebrütet zu einer Wiedergeburt für den Strauß aufbricht. So tanzt der Strauß für alle den Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt, und gleichzeitig auch den Tanz des Sich-selbst-immer-wieder-neu-Erschaffens-und-sich-Annehmens, so wie man ist.

Geführt von der Libelle, feiern alle Tiergeister dieses Sich-Annehmen mit dem Elemente-Tanz von Feuer und Erde. „Kuate-leno-leno-Mahote“, stampfen sie die Feuer-Energie, tanzen dann Spirale um Spirale für die Vielfalt und die Buntheit des Lebens und werden von der Libelle mit dem Erdzeichen und von der Nixe mit Wasserspritzern gesegnet. Das erfrischende Spritzen bringt alle in die Fülle der Schönheit und der Sinnlichkeit, und inspiriert vom lustvollen Tanz der Nixe feiern die Tiere mit „Yemaya“ die Göttin der Sinne, der Freude, der Geburt, der Schönheit, der Weiblichkeit.

Die Fledermaus macht sich unbemerkt davon und versteckt sich, um nach einer gemeinsamen Suche von der Adler-Medizinfrau in einer Baumhöhle entdeckt zu werden, wo sie gemütlich schlummert. Alle kuscheln sich leise um sie herum und ruhen sich aus, denn „Wer ruht, tut gut“ - ein Weisheitsspruch des Fledermaus-Geists. Als die Fledermaus hoch auf den Baum klettert, um dem Gesang des Baumes zu lauschen, hören alle anderen ebenfalls zu. Es ist schön, so in der Stille zu lauschen, in der gleichzeitig gedämpften und so geschärften Wahrnehmung zu sein, so bewusst wie nie zuvor auf der Kante zwischen Raum und Zeit zu balancieren und dabei vollkommen ganz zu sein. Es könnte unendlich so weitergehen …

Und erneut macht sich die Schlange auf, um ihren eigenen besonderen Auftrag zu erfüllen, von dem sie nur weiß, dass sie die Lage sondieren und das Terrain erkunden muss. Sie wird später davon berichten, dass sie ihre persönliche Aufgabe auf diesem Erkundungsgang findet, so wie jedes Wesen in dieser Welt seine ganz eigene wichtige Lebensaufgabe suchen muss und finden kann. Achtsam und in Stille, noch bezaubert vom Gesang des Baumes, folgen alle Tiere der Schlange, bis diese sich würdevoll und mit neuer Kraft wieder in den Kreis der Tierwesen einreiht.

Wie wundervoll, die Welt ist neu erschaffen und gereinigt, alles ist neu geboren, gesegnet und lustvoll erwacht, in Schönheit gewiegt - und in Selbst-Erkenntnis feiern die Tierwesen nun das Leben, laufen hinter dem fliegenden Kolibri die Acht der Unendlichkeit, angeführt von der Libelle mit dem Taschenkrebs springen alle die Linie der heilsamen Trennungen und Ablösungen von allem was uns hält und hindert, und mit der Fledermaus „Ich will tanzen, ich will tanzen!!“ tanzen sie die kindliche Freude und Ausgelassenheit, denn „wer schreit, wird weit“, eine weitere alte Fledermaus-Geist-Weisheit.

Lange tanzen alle ausgelassen, und dann folgen alle Geistwesen der Adler-Medizinfrau zum Feuerplatz, wo im Kreis des machtvollen gemeinsamen Rasselns die Adler-Frau den Feuertanz der Befreiung und der Entscheidung für das Leben tanzt. Ihre Füße gefesselt, tanzt sie so lange ihre Befreiung, bis sich die Fesseln lösen, und auf der Höhe der Klippen stehend, ringt sie lange um die Entscheidung für den Tod in der Erstarrung oder für den Sprung ins Leben. Die Energie im Kreis steigt immer noch weiter an, sie tanzt dies für alle, für die ganze Welt, und für sich selbst ganz allein, und endlich, sie springt hinein ins Leben, und transformiert mit der heilsamen Kraft aller Kräuter und Pflanzenwesen und der vereinten Energie aller Geistwesen zu der mächtigen Adler-Schamanin, tanzt für alle die Wiedergeburt der magischen Kraft des Lebens.

Alle Tierwesen tanzen nun noch einmal rund um das Feuer, feiern noch einmal gemeinsam die Geister und die Schönheit der Welt, und danach tanzen alle Tiere ihre Metamorphose, ihre Verwandlung in die originäre Kraft des Tiergeistes, überlassen sich dem, was jetzt Ausdruck finden will und tanzen, jedes für sich, die vielfältige Magie des Augenblicks.




Dieser Maskentanz war das Fest eines gemeinsamen Wirkens von sechs Tagen. In verschiedenen Trancen wurden die zu verkörpernden Tier-Geistwesen und die Inhalte des Tanzes empfangen, die Masken wurden gebaut, die Kostüme wurden hergestellt, insgesamt ein tiefer Prozess des Sich-Einlassens auf die Themen und die Energien des Tanzes.


  • Dank an Gudrun Fischer und die beiden Assistentinnen, die immer wieder für den Überblick gesorgt haben und alles zusammengefügt und "rund gemacht" haben, für den vertrauensvollen Rahmen und die Basis gesorgt haben, ohne die das Erleben nicht möglich gewesen wäre.
  • Dank an die Fotografin, die es ermöglicht hat, unseren Tanz in der Erinnerung festzuhalten.
  • Dennoch: letztlich können Worte und Fotos dieses Geschehen nur unzureichend dokumentieren, weil die Erlebnisse und der Tanz selbst in ihrer Fülle und Tiefe nicht darstellbar sind - man muss das, wie so vieles, selbst erfahren.
  • Nicht zuletzt danke ich all den wunderbaren Trommlerinnen für ihre Präsenz und vier Stunden Trommelsession!!
urheberrechtlich geschützt/2.8.2008/Andrea Wild
Seminarleitung nach der Methode "Rituelle Körperhaltungen und Ekstatische Trance nach Dr. Felicitas Goodman " und Mitglied im Felicitas-Goodman-Forum für Rituelle Trancehaltungen der Welt
Aktuelle Infos und Anfragen zum Maskentanz unter andreawild1@googlemail.com